Veneers ohne Schleifen: Chancen, Grenzen, Ablauf

Transluzentes Veneer im Zahntechniklabor

Veneers ohne Schleifen sind möglich, wenn der Zahn Platz für eine 0,2 bis 0,5 Millimeter dünne Schale bietet. Ob das zutrifft, klärt die Planung am Modell und im Mund. Der Wunsch nach Schonung allein reicht nicht.

Warum die Sorge um gesunden Zahnschmelz so groß ist

Kaum ein Satz fällt in der Beratung zu Verblendschalen so regelmäßig wie dieser: Ich möchte von gesunden Zähnen nichts abschleifen lassen. Die Sorge ist berechtigt. Einmal abgeschliffen, wächst Zahnschmelz nicht nach, und jede Präparation verändert den Zahn für immer.

Die Idee, Schalen einfach aufzukleben, ist älter als die moderne Klebetechnik. Der kalifornische Zahnarzt Charles Pincus befestigte in den 1930er Jahren Kunststoffverblendungen für Filmaufnahmen in Hollywood, damals noch mit Haftcreme und nur für die Dauer eines Drehtags. Dauerhaft hielt davon nichts.

Heute sieht die Lage anders aus. Wer von einem strahlenden Lächeln träumt, ohne gesunde Substanz zu opfern, findet bessere Voraussetzungen als je zuvor. Hochfeste Keramiken und eine verlässliche Haftung am Schmelz erlauben Schalen, die kaum dicker sind als eine Kontaktlinse. Trotzdem passt das Verfahren nicht zu jedem Gebiss. Wo die Grenze verläuft und woran Sie die Eignung Ihrer Zähne erkennen, zeigen die folgenden Abschnitte.

Was bedeutet Non-Prep bei Veneers ohne Schleifen?

Veneers sind hauchdünne Schalen aus Keramik oder Kunststoff, die auf die Vorderseite der Zähne geklebt werden. Im Deutschen heißen sie auch Verblendschalen. Sie kaschieren Formfehler, kleine Zahnlücken und leichte Fehlstellungen.

Non-Prep steht für den Verzicht auf die Präparation, also auf das kontrollierte Beschleifen der Zähne. Bei klassischen Veneers trägt der Behandler vorab eine dünne Schmelzschicht ab, damit die Schale später nicht aufträgt. Bei Non-Prep-Veneers entfällt dieser Schritt vollständig. Die Verblendschale für die Frontzähne liegt direkt auf dem unveränderten Schmelz.

Zwischen beiden Polen liegt die Minimal-Prep-Technik. Der Behandler glättet nur einzelne vorstehende Stellen oder schafft am Rand wenige Hundertstelmillimeter Platz. Manche Praxen zählen auch solche Schalen zu den Non-Prep Veneers. Fragen Sie deshalb direkt nach, ob überhaupt Zahnsubstanz abgetragen wird und wie viel.

Wie dünn sind Veneers ohne Schleifen?

Schalen ohne Abtrag messen laut Fachliteratur 0,2 bis 0,5 Millimeter. Keramik-Veneers mit Präparation liegen zwischen 0,3 und 1,0 Millimetern. Eine Schale von 0,2 Millimetern entspricht ungefähr der Stärke einer weichen Kontaktlinse. Für die meisten Glaskeramiken gilt 0,3 Millimeter als untere Grenze, darunter steigt das Bruchrisiko spürbar.

Wie viel Substanz bei den Alternativen verloren geht, zeigt ein Vergleich. Für eine Vollkrone schleift der Behandler den Zahn rundum ab, laut einer klinischen Übersicht bis zu 72 Prozent der Zahnkrone. Für ein präpariertes Veneer sind es 3 bis 30 Prozent. Wer schon einmal das Beschleifen für eine Krone erlebt hat, versteht den Unterschied sofort. Beim echten Non-Prep-Veneer liegt der Abtrag bei null.

Warum hält eine Schale ohne Beschleifen überhaupt?

Die Antwort liegt in der Adhäsivtechnik, also im Verkleben über Kunststoff. Der Behandler ätzt den Schmelz für 15 bis 30 Sekunden mit Phosphorsäuregel an. So entstehen mikroskopisch feine Poren, in die der Kleber einfließt und aushärtet. Die Innenseite einer Glaskeramikschale wird zuvor mit Flusssäure angeraut und mit einem Haftvermittler namens Silan benetzt. Erst dann wird die Schale auf den Zahn geklebt.

Schmelz ist für diese Verbindung der beste Untergrund. Er besteht zu rund 95 Prozent aus Mineralien und lässt sich gleichmäßig anätzen. Dentin, das weichere Zahnbein darunter, enthält mehr Wasser und organische Anteile, weshalb die Haftwerte dort stärker schwanken. Genau hier liegt ein unterschätzter Vorteil von Veneers ohne Schleifen: Die gesamte Klebefläche bleibt im Schmelz.

Für welche Zähne Veneers ohne Schleifen in Frage kommen

Ein Non-Prep-Veneer trägt immer auf. Es kann nichts wegnehmen, nur hinzufügen. Daraus folgt eine einfache Grundregel: Der Zahn muss im Ausgangszustand zu klein, zu kurz oder zu weit hinten stehen. Die Stellung der Zähne gibt also den Ausschlag, nicht der Wunsch.

Die Ausgangslagen, bei denen Behandler eine Versorgung ohne Abtrag ernsthaft prüfen, lassen sich recht klar benennen. Sie haben eines gemeinsam: Zusätzliches Volumen verbessert das Gesamtbild, statt es zu belasten. Die folgende Übersicht nennt die Befunde, die in Studien und Praxisberichten immer wieder auftauchen und für eine Schale von wenigen Zehntelmillimetern geeignet sind.

  • Zahnlücken zwischen den Frontzähnen, etwa eine Lücke zwischen den oberen Schneidezähnen
  • Zapfenzähne, also kegelförmig verkleinerte seitliche Schneidezähne
  • Kurze oder abgenutzte Schneidekanten, die eine moderate Verlängerung vertragen
  • Leicht nach innen gekippte Zähne, die optisch in den Zahnbogen zurückgeholt werden
  • Kleine Schmelzdefekte wie abgeplatzte Schmelzkanten am vorderen Zahnbogen

Auffällig ist, wie stark diese Liste auf Formkorrekturen zielt. Farbprobleme fehlen fast völlig. Das hat einen technischen Grund: Eine 0,3 Millimeter dünne Schale lässt viel Licht durch und deckt eine dunkle Verfärbung kaum ab. Wer vor allem die Zähne aufzuhellen wünscht, kommt mit einem professionellen Bleaching oder mit dickeren Schalen meist weiter.

Eine Sonderrolle spielt die angeborene Nichtanlage einzelner Zähne. Fehlt ein seitlicher Schneidezahn, bleibt entweder eine Lücke, oder der Eckzahn wandert nach vorn. In beiden Fällen kann eine dünne Schale diesen Zahn optisch an die Nachbarn angleichen.

Wann scheidet die Methode aus?

Die Gegenanzeigen folgen derselben Logik. Stehen die oberen Schneidezähne bereits nach vorne, kommt jede weitere Schicht oben drauf. Das Ergebnis wirkt klobig. Eng verschachtelte Zähne, starke Drehungen und ausgeprägte Fehlstellungen gehören ebenfalls nicht in diese Kategorie. Jeder Zahn wird dabei einzeln beurteilt, nicht die Zahnreihe als Ganzes.

Kritisch sind außerdem große Füllungen im Klebebereich, aktive Zahnfleischentzündungen und stark verfärbte Zähne nach einer Wurzelbehandlung. Ein eigenes Risiko stellt nächtliches Knirschen und Pressen dar. In einer Langzeitauswertung der Medizinischen Universität Innsbruck mit 318 Veneers lag das Misserfolgsrisiko bei Patienten mit solchen Gewohnheiten 7,7-fach höher als bei Patienten ohne.

Das Volumenproblem: Wann ein minimaler Abtrag schonender ist

Hier liegt der Punkt, an dem Beratungen kippen. Verbreitet ist die Annahme, ein Verfahren ohne Bohrer sei automatisch das gesündere. Für den Zahn selbst stimmt das. Für das Zahnfleisch nicht immer.

Jede Schale endet am Zahnhals in einem Übergang zum Zahnfleischsaum. Fachleute sprechen vom Emergenzprofil, dem Winkel, in dem die Zahnform aus dem Zahnfleisch austritt. Liegt dort ohne Präparation eine zusätzliche Kante, entsteht eine winzige Stufe, an der sich bakterieller Belag schneller sammelt, an der Zahnseide hängen bleibt und an der das Zahnfleisch mit Rötung reagiert.

Erfahrene Behandler lösen das Dilemma pragmatisch. Sie lassen die Schale am Zahnhals hauchdünn auslaufen oder glätten genau dort wenige Hundertstelmillimeter Schmelz. Der Abtrag bleibt im Schmelz, die Klebefläche auch. Streng genommen ist das kein Non-Prep mehr. Ästhetisch und für Ihr Zahnfleisch ist es trotzdem die bessere Lösung.

Ein typisches Szenario aus der Beratung: Eine Patientin Anfang dreißig mit leicht vorstehenden mittleren Schneidezähnen wünscht ausdrücklich Schalen ohne Abtrag. Ihr Ziel: schöne Zähne ohne Bohrer. Das Probemodell im Mund schiebt ihre Oberlippe sichtbar nach vorne. Ein Blick in den Spiegel genügt. Am Ende fällt die Wahl auf eine minimale Präparation im Schmelz.

Keramik oder Komposit: Welches Material passt?

Für hauchdünne Schalen kommen drei Gruppen von Werkstoffen in Frage. Feldspatkeramik wird im Labor Schicht für Schicht aufgebrannt und bildet die Lichtbrechung des Schmelzes am feinsten nach. Gut geschichtete Schalen wirken im Gegenlicht wie natürliche Zähne. Lithiumdisilikat, eine gepresste oder gefräste Glaskeramik, ist bruchfester und lässt sich ab etwa 0,3 Millimetern verarbeiten. Ultradünnes Zirkonoxid ist die jüngste Option.

Zu Zirkonoxid-Schalen von 0,2 Millimetern veröffentlichte eine Arbeitsgruppe 2025 eine Auswertung über zwei Jahre mit einer Überlebensrate von 99,5 Prozent. Zwei Jahre sind allerdings kurz. Langzeitdaten fehlen.

Komposit-Veneers bestehen aus zahnfarbenem Kunststoff mit Glasfüllstoffen. Der Behandler modelliert sie direkt im Mund, oder sie werden nach einem Abdruck im Labor angefertigt. Sie lassen sich reparieren, verlieren aber über die Jahre an Glanz, nehmen Farbstoffe aus Kaffee oder Tee auf und wirken nach einigen Jahren matter als echte Zähne. Eine 2023 veröffentlichte Fallserie verfolgte 80 laborgefertigte Komposit-Schalen ohne Präparation bei 35 Patienten über sieben Jahre, wobei die Lückenschließung mit 64 Fällen den größten Anteil stellte. Am Ende waren 91,3 Prozent der Schalen noch in Funktion.

Veneers ohne Schleifen: Vor- und Nachteile

Wer das Aussehen seiner Zähne zu verbessern hofft, sollte beide Seiten nüchtern betrachten. Die Liste der Pluspunkte ist kurz, aber gewichtig.

Veneers: Vorteile der Variante ohne Abtrag

Der größte Pluspunkt: Kein Millimeter gesunder Zahnsubstanz geht verloren, der Zahn bleibt im Ausgangszustand erhalten. Eine Betäubung ist meist überflüssig, da kein Dentin freiliegt und der Zahnnerv beim Ätzen und Kleben kaum reagiert. Auch die Zähne mit einem Provisorium zu überbrücken entfällt, weil zwischen Abdruck und Klebung kein offener Schmelz geschützt werden muss. Für Patienten mit ausgeprägter Angst vor dem Bohrer ist genau das der Grund, sich überhaupt beraten zu lassen. Die Klebefläche liegt vollständig im Schmelz, und die Versorgung bleibt weitgehend umkehrbar.

Veneers: Nachteile, die selten erwähnt werden

Die Methode passt nur zu einem engen Spektrum an Ausgangslagen. Dunkle Zahnfarben lassen sich kaum abdecken, und eine zu dick geplante Schale wirkt klobig. An den dünnsten Stellen ist das Material bruchanfälliger als eine stärkere Schale. Und für echte Non-Prep-Versorgungen fehlen Langzeitstudien über 20 Jahre, wie sie für präparierte Schalen vorliegen.

Wie läuft eine Behandlung mit Veneers ohne Schleifen ab?

Der Ablauf unterscheidet sich vom klassischen Vorgehen weniger, als die meisten Patienten erwarten. Gestrichen wird im Grunde nur der Schleifschritt. Planung, Abformung, Laborarbeit und Klebung brauchen dieselbe Sorgfalt, teils sogar mehr, weil eine 0,3 Millimeter dünne Schale keine Toleranz für Passungenauigkeiten lässt. Die Behandlung gliedert sich in sechs Schritte:

  1. Befund: Eine mehrstufige Diagnostik erfasst Zahnstatus, Zahnfleisch, Röntgenbilder, Fotos und Biss.
  2. Wax-up: Das Dentallabor modelliert die geplante Zahnform in Wachs auf einem Modell Ihrer Zähne.
  3. Mock-up: Eine Kunststoffkopie des Wax-ups sitzt auf den unbehandelten Zähnen. Sie testen Form, Länge und Aussprache an jedem Zahn.
  4. Farbwahl: Ein gewünschtes Bleaching erfolgt vorab, weil sich Schalen aus Glaskeramik später nicht mehr aufhellen lassen.
  5. Abformung und Fertigung: Ein Intraoralscan oder eine klassische Abformung bildet die Grundlage für das Labor.
  6. Einprobe und Klebung: Nach der Kontrolle von Passung und Farbe klebt der Behandler die Schalen unter Trockenlegung ein.

Der dritte Schritt verdient besondere Aufmerksamkeit. Das Mock-up ist kein Werbegeschenk, sondern ein Machbarkeitstest. Sitzt die Kunststoffkopie sichtbar dick auf, verändert sie die Lippenstellung oder erschwert sie das Bilden von Zischlauten, dann wird das fertige Keramikveneer genau dieselben Schwächen zeigen.

Für die Klebung legen sorgfältige Praxen einen Kofferdam, ein gespanntes Gummituch, das Speichel und Atemfeuchtigkeit vom Zahn fernhält. Feuchtigkeit im Klebespalt schwächt den Verbund erheblich. Wie präzise der Zahntechniker die Veneers gefertigt hat, zeigt sich spätestens bei der Einprobe.

Was kosten Veneers ohne Schleifen?

Auffällig oft fragen Patienten zuerst nach dem Preis. Die Kosten für Veneers hängen von Material, Laboraufwand und der Zahl der versorgten Zähne ab. Keramische Veneers kosten in Deutschland laut Marktübersichten rund 1.000 bis 2.000 Euro pro Zahn. Komposit-Schalen liegen bei etwa 200 bis 500 Euro.

Bei der Variante ohne Abtrag sinkt der Aufwand am Behandlungsstuhl. Der Laboraufwand bleibt hoch, weil die dünne Schale besonders präzise gefertigt werden muss. Die Kosten für ein Veneer ohne Präparation unterscheiden sich deshalb kaum von denen einer präparierten Schale. Wer die Kosten von Veneers vergleicht, sollte die Lebensdauer einrechnen. Eine günstige Schale, die nach sechs Jahren erneuert werden muss, ist auf zwölf Jahre gerechnet nicht automatisch die gute Wahl.

Was sagt die Studienlage zur Haltbarkeit?

Ehrlich gesagt: weniger, als manche Werbeversprechen vermuten lassen. Für präparierte Keramikveneers liegen solide Langzeitdaten vor. Die erwähnte Innsbrucker Auswertung mit 318 Schalen bei 84 Patienten ermittelte Überlebensraten von 94,4 Prozent nach fünf, 93,5 Prozent nach zehn und 82,9 Prozent nach zwanzig Jahren. Die Haltbarkeit konventioneller Schalen ist damit gut belegt.

Wie lange halten Veneers ohne Schleifen?

Als Richtwert gilt, dass Keramikschalen bei guter Pflege 10 bis 15 Jahre halten. Komposit-Schalen liegen darunter, Keramikschalen halten im Durchschnitt deutlich länger. Für echte Non-Prep-Versorgungen fallen die Studien kleiner aus. Eine 2021 in der Fachzeitschrift Clinical Oral Investigations erschienene Arbeit verglich 186 Keramikveneers bei 35 Patienten über durchschnittlich neun Jahre. Die 102 Schalen ohne oder mit minimaler Präparation, verteilt auf 21 Patienten, erreichten dort eine Überlebensrate von 100 Prozent. Bei dieser Fallzahl ist es ein Hinweis, kein Beweis.

Was sich durch alle Arbeiten zieht: Schalen, deren Ränder vollständig im Schmelz liegen, halten länger als solche auf freiliegendem Dentin. Genau diese Bedingung erfüllen Veneers ohne Schleifen von Haus aus. Eine lange Haltbarkeit ist trotzdem kein Selbstläufer.

Wer möchte, dass die Schalen möglichst lange halten, sollte zweimal täglich mit weicher Bürste und wenig abrasiver Paste die Zähne putzen und die Zwischenräume an jedem Zahn reinigen. Die Haltbarkeit der Veneers hängt zusätzlich an regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt, bei denen die Klebefugen unter Vergrößerung geprüft werden.

Lassen sich Veneers ohne Schleifen wieder entfernen?

Im Prinzip ja, und das unterscheidet sie klar von präparierten Schalen. Der Behandler trennt die Schale mit feinen Diamantinstrumenten oder einem Laser vom Zahn und poliert die Klebereste ab. Spurlos gelingt das nicht immer. Angeätzter Schmelz bleibt zurück, und beim Entfernen der Kleberreste geht ein Hauch Oberfläche verloren. Fachleute sprechen deshalb vorsichtig von „weitgehend umkehrbar“.

Veneers oder Lumineers: Was steckt hinter dem Namen?

Mit dem Begriff Lumineers verbinden Patienten ein eigenes Verfahren. Tatsächlich handelt es sich um einen eingetragenen Markennamen des US-Herstellers DenMat aus Kalifornien. Gemeint sind besonders dünne Porzellanschalen, die ohne oder mit minimalem Abtrag eingesetzt werden. Fachlich gehören Lumineers zu den Non-Prep-Veneers.

Präparierte Veneers sind dünne Keramikschalen von bis zu einem Millimeter, Lumineers liegen deutlich darunter. Die Werbung nennt Schichtstärken um 0,2 Millimeter und eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren. Unabhängige Langzeitstudien, die diesen Wert stützen, fehlen bislang. Wer zwischen Lumineers und Non-Prep-Veneers anderer Labore wählt, vergleicht deshalb keine Methoden, sondern Hersteller. Einen erfahrenen Zahnarzt erkennen Sie daran, dass er diese Frage offen beantwortet und Ihnen die Planung am Mock-up zeigt.

Welche Alternativen zu Veneers kommen in Frage?

Nicht jedes Ziel braucht eine Schale. Als Ersatz für eine Schale kommen je nach Befund drei Wege in Frage. Geht es nur um die Farbe, hellt eine Bleichbehandlung die eigenen Zähne auf, ohne Material aufzutragen. Kleine Ecken und schmale Lücken lassen sich per Bonding direkt mit Komposit modellieren.

Schief stehende Zähne richtet eine durchsichtige Schienentherapie aus, bevor überhaupt über Verblendungen gesprochen wird. Wer sich gerade und weiße Zähne wünscht, kombiniert nicht selten beides: erst die Ausrichtung, dann die Farbe. Bei stark zerstörten Zähnen ist eine Zahnkrone die tragfähigere Lösung. Sie zählt zum festsitzenden Zahnersatz und umfasst den Zahn rundum, während eine Schale von 0,3 Millimetern bei großen Defekten nicht trägt.

Kernfakten im Überblick

Aspekt Wesentliches
Schichtstärke 0,2 bis 0,5 Millimeter, konventionelle Veneers liegen bei 0,3 bis 1,0 Millimetern
Geeignete Ausgangslagen Lücken, kleine oder kurze Zähne, Zapfenzähne und leicht nach innen stehende Schneidezähne
Ungeeignete Ausgangslagen Vorstehende oder verschachtelte Zähne, dunkle Verfärbungen und unbehandeltes Knirschen
Material Feldspatkeramik, Lithiumdisilikat, ultradünnes Zirkonoxid oder Komposit
Planung Wax-up und Mock-up zeigen vor der Behandlung, ob eine Versorgung ohne Abtrag trägt

Fazit

Veneers ohne Schleifen sind keine Erfindung der Werbung. Sie funktionieren, und die vorliegenden Studien zeigen gute Ergebnisse, sofern die Ausgangslage stimmt. Diese Ausgangslage ist allerdings enger, als manche Patienten hoffen.

Wer sich aus ästhetischen Gründen für Veneers interessiert, sollte zuerst eine Frage klären: Müssen die Zähne für das gewünschte Ergebnis wirklich größer, länger oder weiter vorne wirken? Nur dann trägt eine Schale ohne Abtrag. Bei vorstehenden Zähnen ist ein minimales Abschleifen der Zähne im Schmelz schonend und am Ende die bessere Lösung als eine überkonturierte Schale, die am Zahnfleischrand Belag sammelt.

Der ehrlichste Prüfstein ist das Mock-up. Was dort im Spiegel überzeugt, überzeugt meist auch in Keramik. Was dort aufträgt, trägt später ebenfalls auf. Ein schönes Lächeln entsteht nicht durch möglichst wenig Bohren, sondern durch eine Planung, die zum Gesicht passt.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Beratung oder Diagnose. Bei Beschwerden oder Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Zahnarzt.

Häufig gestellte Fragen zum Thema „Veneers ohne Schleifen“

Verändern Veneers ohne Schleifen die Aussprache?

In den ersten Tagen kann sich die Aussprache leicht verändern. Betroffen sind vor allem S-, F- und Z-Laute, weil Zungenspitze und Unterlippe an den Schneidekanten der oberen Schneidezähne Halt suchen. Werden die Zähne durch die Schalen länger oder minimal dicker, braucht die Zunge eine Eingewöhnung von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Hält ein Lispeln länger an, ist die Schneidekante meist zu großzügig geplant. Lesen Sie deshalb beim Mock-up bewusst laut und sprechen Sie typische Sätze aus Ihrem Berufsalltag, bevor die endgültige Form festgelegt wird.

Was passiert am Schalenrand, wenn das Zahnfleisch später zurückgeht?

Zieht sich das Zahnfleisch Jahre nach der Behandlung zurück, wird der Übergang zwischen Schale und Zahnoberfläche sichtbar. Bei Veneers ohne Schleifen fällt das weniger auf als bei präparierten Schalen, weil unter dem Material ein unbeschliffener Zahn mit gleichmäßiger Farbe liegt. Eine kleine Stufe entsteht trotzdem, und an ihr haftet Belag leichter. Schmale Randbereiche lassen sich mit Komposit ausgleichen. Ist der Rückgang des Zahnfleischs deutlich, behandelt die Praxis zuerst die Ursache und erneuert erst danach die Schale. Wer früh auf eine schonende Putztechnik mit weicher Bürste achtet, verlangsamt diesen Prozess spürbar.

Lassen sich auch Eckzähne und kleine Backenzähne ohne Abtrag verblenden?

Ja, und manchmal ist das sogar sinnvoll. Ein schmaler Zahnbogen zeigt beim Lachen seitlich dunkle Dreiecke zwischen Zahnreihe und Mundwinkeln. Fachleute nennen diese Bereiche bukkale Korridore. Schalen ohne Abtrag auf Eckzähnen und vorderen kleinen Backenzähnen können den Bogen optisch verbreitern. Die Voraussetzung bleibt dieselbe wie vorne: Die Zähne müssen leicht nach innen stehen. An den Eckzähnen kommt eine funktionelle Frage hinzu, weil sie bei Seitwärtsbewegungen die Führung übernehmen. Behandler wählen dort eher eine bruchfeste Glaskeramik und prüfen die Seitwärtsbewegung vor der Klebung am Mock-up.

Wie wird Karies an einem Zahn mit Non-Prep-Veneer erkannt und behandelt?

Karies entsteht nicht im Material der Schale, sondern an der Klebefuge und an den freien Zahnflächen, also an der Rückseite und in den Zwischenräumen. Bei Kontrollen prüft der Behandler den Rand mit einer feinen Sonde unter Vergrößerung, Röntgenbilder zeigen Defekte zwischen den Zähnen. Eine kleine Karies am Füllungs- oder Schalenrand lässt sich mit Komposit versorgen, ohne die Schale abzunehmen. Reicht der Defekt bis an den Zahn unter dem Veneer, muss die Schale herunter. Da der Zahn nie beschliffen wurde, bleibt danach meist genug Schmelz für eine neue Schale.

Verändern dünne Schalen ohne Abtrag den Biss?

Die Rückseite der oberen Schneidezähne bleibt bei einer Versorgung ohne Abtrag unberührt. Die Kontaktpunkte beim Zubeißen ändern sich deshalb meist nicht. Anders sieht es aus, wenn die Schalen die Schneidekanten verlängern. Längere obere Schneidezähne verändern die Führung, mit der die unteren Zähne beim Vorschieben über die oberen gleiten. Zu stark verlängerte Kanten erhöhen die Last auf der dünnen Schale und begünstigen Abplatzungen. Vor der Klebung prüft der Behandler mit Okklusionsfolie, wo die Zähne aufeinandertreffen, und schleift Frühkontakte am betroffenen Zahn gezielt ein.

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